DONNERBLITZ UND HAGELZWIRN

Auch ohne grosse Ziele erreichen wir Grosses, wenn wir es täglich tun.

 

Einige Gewohnheiten können wir nicht mehr wegdenken.

Zum Beispiel Zähneputzen.

 

Als Rechtshänderin putze ich die Zähne nun mit der linken Hand.

Ja das geht.

 

Was als Experiment ohne äusseren Grund begann, ziehe ich seit zwei Wochen durch.

Noch immer möchte es meine rechte Hand tun und die Bewegungen sind auch nach zwei Wochen noch ruckartig und ungewohnt.

 

«Experten geben zwischen 21 und 60 Tage an, bis sich eine Gewohnheit eingeschliffen hat».


Ich entdecke, welche Macht ich gerade habe.

 

Ich bin entzückt, du lässt es zu und ich wachse und wachse daran.

Manchmal arbeite ich mich über Stunden, Tage oder Wochen an dich heran, mit Grübeleien und Schlafstörungen.

Du bist Mittendrin, und nicht dabei!

Ja, lass es ruhig zu - ich senne mich danach, dass du ständig dem Weinen nahe bist.

 

Bei manchen brauche ich nur in die Hand zu klatschen und sie sind von tiefer Nacht umhüllt, obwohl die Sonne scheint.

 

Du bist mein Nährboden, auf dem ich mich ausbreite, sauge dich aus - wie Unkraut.

Dabei bin ich sehr kreativ, denn meine Symptome können sich sehr vielfältig zeigen - sofern du das zulässt.

 

Das Gefühl von Niedergeschlagenheit und Hilflosigkeit liebe ich an mir.

Und wenn du jetzt nicht aktiv wirst, dann lernst du, wie sich abgrundtiefe Trauer anfühlt.

 

Oh, wie unhöflich von mir, ich habe mich noch nicht vorgestellt.

 

Hallo, ich heisse Depression und mein Charakter ist von edlem Blut:

Interessenlosigkeit- Freudlosigkeit sowie Antriebslosigkeit.

 

Wie heisst du?

 

Wenn du mir noch deine Adresse verrätst, besuche ich Dich sehr gerne über einen langen Zeitraum hinweg.

 

Spürst du es - die gedrückte Stimmungslage?

Ja!

Dann habe ich mein Ziel erreicht.

Ich will aber noch mehr – viel mehr erreichen.

 

Gesellschaft verabscheue ich.

Fernsehsendungen sind Farb- und Glanzlos.

Leise, laute, sanfte, schrille Musik oder Diskussionen,

sie sind einfach spannungslos, wie ein dumpfes kaum wahrbares Geräusch. 

 

Die Glieder sind schwer wie Blei.

Der Schmerz so unerträglich, das er mit nichts gleichbarem zu beschreiben ist.

 

Leere. Dunkelheit.

Ein Loch so tief, dass man einen Kieselstein, den man fallen lässt, unten nicht aufschlagen hört.

Niemals.

 

Oh nein, steh nicht auf! Das saugt die Kraft aus mir.

OH SCHRECK, die Tür geht auf.

Das Licht!

Es brennt und ein pulsierender Schmerz geht durch mich hindurch.

Sie, die da stört, redet und redet.

Schick sie weg.

Sag endlich sie soll gehen!

Geh doch endlich!

Lasst mich in Ruhe.

 

Phu, sie geht.

Oh, wie herrlich, ich habe Dich wieder nur für mich allein.

An diesem Punkt angelangt gibt es nur noch mich und Dich.

 

 

Deine Schuldgefühle gegenüber anderen nähren mich.

Sie dich an, was für eine erbärmliche Versagerin du bist.

 

Oh nein, tu das nicht – Freitod – du nimmst auch mir meinen Nährboden weg.

Feigling!

Ich wusste es, du kannst das nicht, wie alles andere, was du auch nicht kannst.

Ja, schäm dich ruhig zu.

 

Und da geht sie abermal wieder auf, die Tür.

Das Licht, es blendet mich.

 

Was tust du da?

Hör den süssen Worten nicht.

Warum stehst du auf und reist die Vorhänge auf und damit meine innere Barrikade auf.

 

Nein. NEIN! Zurück ins Bett.

 

Ich habe Dir alles gegeben und Du dankst es mir an diesem Tag, dieser Stunde, Minute, Sekunde,

wo du dein Leben wieder selber in die Hand nimmst.

 

Deine positiven Gedanken rauben mir Energie und Kraft.

Schritt für Schritt gehst du in das Leben und lässt mich hier zurück.

Ich verliere von Aktion zu Aktion, mehr an Eindringlichkeit und Macht.

 

Das ist mein Tod.


Danke Depression, dass auch ich zu Wort kommen kann.

 

Meine Disziplin ist vergleichbar mit einem Akku.

Morgens ist er voll, tagsüber wird immer wieder Energie davon verbraucht.

Irgendwann ist Schluss mit Disziplin und ich greife zu Schokolade.

 

In depressiven Phasen ist mein Akku konstant leer.

Ich fühle mich, wie eine Wurzelbehandlung beim Zahnarzt.

Auch das Zähneputzen funktioniert nicht.

Die Zahnbürste fühlt sich gefühlte 20, ach was, 100 Kilogramm an.

 

Was mir hilft mir, diesem Sog zu entkommen:

mir über meine Gedanken, meine Einstellungen und Erwartungen klar zu werden.

Was denke ich gerade?

Welche Gefühle habe ich gerade?

Wie geht es mir wirklich?

Was tut mir gut, was nicht?

Was hindert mich daran, z.B. auf dem Bettrand zu sitzen oder das Fenster zu öffnen?

 

Was erwarte ich vom Gegenüber, dass mir Hilfe anbieten will:

Sei ehrlich zu Dir selbst und sage es, wenn die Situation für Dich unerträglich ist oder Du ganz einfach überfordert bist.

Denn nur wenn es Dir gut geht kannst Du mir eine Hilfe sein.

 

Mir hilft es, dass Du über Deine eigenen Gefühle und Eindrücke sprichst

und dass Du nicht versuchst mir etwas auszureden.

Und Danke, dass ich meine Gefühle dir schildern kann und Du einfach nur da bist

und mir Mut und Hoffnung vermittelst, z.B indem Du sagst:

Es tut mir leid, dass es dir so schlecht geht. Das fühlt sich sicher schlimm an.

Ich bin für dich da. Du kannst nichts für deine Situation oder Krankheit.

Wenn ich etwas für dich tun kann, sag es mir bitte.

Ich mag oder liebe dich sehr.

 

Wenn Du mich reflektierst, ist das Gold wert, weil es mir hilft bewusster zu Handeln und zu Entscheiden.

Oh, ich sehe da ein verzerrtes Gesicht, hast du Schmerzen.

Du bist wackelig auf den Beinen.

Oh, wie herrlich, ich sehe da ein lächeln. Ich finde es schön, wie Du lächelst.

Du bist Geduldiger.

Fantastisch, dass wir spazieren gehen.

Ich finde, Du machst das super, dass Du duscht, Dich anziehst, kochst ect.

Oh, wie schön, du gehst mit Freunden und Freundinnen aus.

Ich erkenne so meine Stärken bewusster und kann diese gezielt einsetzen.

Sehe auch meine Schwächen und kann an diesen arbeiten. 


«Hast Du es ausprobiert?»

«Ach ja, das Zähneputzen!»

 

Meine linke Hand hat den Dreh auch noch nicht raus.

Das hindert mich jedoch nicht daran weiter zu machen und

«lachen, spielen und unvernünftig sein, tun wir das nicht alle viel zu wenig?» 

Das macht uns leichter.

 

Annehmen und es wird leichter!

Seitdem ich Hoch und Tiefs in meinem Leben annehme, ist es viel leichter geworden - den beide Welten sind in uns.

Folglich hören wir mehr auf unser Inneres und umgeben uns mit Dingen und Menschen, die uns guttun.

 

Ich kann es nicht lassen - eine letzte Empfehlung:

Ich plane am Sonntag für die folgenden sieben Tage, pro Tag ein Vorhaben.

Das Vorhaben wird mit dickem roten Stift, mit Zeit, Ort und Dauer auf Postic vermerkt.

Diese werden am Badezimmerspiegel positioniert. 🙃

Beispielsweise das ich Montag eine Freundin anrufe, den nächsten Tag gibt es 15 Minuten Sport, am Mittwoch übe ich mich in Achtsamkeit ... .

Wenn etwas aufgeschrieben ist, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass es wirklich gemacht wird!

 

Merke Dir: wer konkret plant, wann und wo etwas gemacht wird, setzt es eher um.

 

 

Aller Anfang ist …

klein.

Wie das Zähneputzen.

 

«Wofür machst du die Kreuze in den nächsten 21 bis 60 Tagen?»

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