DONNERBLITZ UND HAGELZWIRN

 

Auch ohne grosse Ziele erreichen wir Grosses,

indem, wenn wir es täglich tun.

 

Einige Gewohnheiten können wir nicht mehr wegdenken.

Zum Beispiel Zähneputzen. 

 

Als Rechtshänderin putze ich die Zähne nun mit der linken Hand.

Ja das geht.

Was als Experiment ohne äusseren Grund begann,

ziehe ich seit zwei Wochen durch.

Noch immer möchte es meine rechte Hand tun

und die Bewegungen sind auch nach zwei Wochen noch ruckartig und ungewohnt.

 

«Du fragst, warum ich das tue?»

 

Es macht mir Spass 🤣.

Zudem regt es meinen Geist an.

Denn das Zähneputzen verlangt mit der ungeübten Hand folgendes ab:

horizontale und vertikale Handüberwindung,

Beweglichkeit,

Geschicklichkeit,

Taktik,

Schwung-,  Kraft- und Sanfttraining.

 

«Probiere es aus?»

 

Das Resultat sind nicht nur weisse Zähne,

auch sehr viel Spass wirst Du haben.

 

Experten geben zwischen 21 und 60 Tage an,

bis sich eine Gewohnheit eingeschliffen hat.

So habe ich noch genug Zeit.

In meinem Kalender machte ich 21 blaue Kreuze.

Sollte bis dahin das Zähneputzen mit links nicht fliessend laufen,

habe ich mit dem Grünstift bis zum 60 Tag,

39 weitere Kreuze gekritzelt?

Mal sehen wie lange ich brauche!



Ich entdecke,

welche Macht ich gerade habe.

Und bin entzückt,

du lässt es zu und ich wachse und wachse.

Manchmal arbeite ich mich über Stunden,

dann Tage oder Wochen an dich heran.

Jetzt bist du Mittendrin.

 

Ja,

lass mich ruhig machen.

Ich senne mich danach,

dass du ständig dem Weinen nahe bist.

Dass du weder zum Zähneputzen

noch zum Essen Energie hast

und Termine vergessen hast.

Dass verdankst du mir.

 

Ich brauche nur in die Hand zu klatschen

und du bist von tiefer Nacht umhüllt,

obwohl die Sonne scheint.

 

Du bäumtest dich auf,

rebelliertest, 

warst eine Kämpferin,

dennoch besiegte ich dich.

 

Du bist mein Nährboden,

auf dem ich mich ausbreite.

Ich sauge dich aus - wie Unkrautvernichter.

Dabei gehe ich sehr leise und unscheinbar vor.

So sieht mich auch dein Umfeld nicht.

 

Meine Symptome können sich sehr vielfältig zeigen,

sofern du mich lässt.

 

Das Gefühl von Niedergeschlagenheit

und Hilflosigkeit liebe ich an mir.

Und wenn du jetzt nicht aktiv wirst,

dann lernst du,

wie sich abgrundtiefe Trauer,

Schuld und Scham anfühlt.

 

Oh,

wie unhöflich von mir,

ich habe mich noch nicht vorgestellt.

 

Hallo

mein lieber Leser und liebe Leserin

ich heisse «DEPRESSION».

Mein Charakter ist von edlem Blut.

Interessenlosigkeit- Freudlosigkeit sowie Antriebslosigkeit.

 

«Wie heisst du?»

 

Wenn du mir noch deine Adresse verrätst,

besuche ich Dich sehr gerne über einen langen Zeitraum hinweg.

Jedoch im Moment habe ich ein willenloses Wesen,

das Lisa heisst.

 

Lisa - spürst du es -

die gedrückte Stimmungslage?

Ja!

Dann habe ich mein Ziel erreicht.

Ich will aber noch mehr – viel mehr erreichen.

 

Gesellschaft verabscheue ich.

Fernsehsendungen sind Farb- und Glanzlos.

Leise, laute, sanfte,

schrille Musik oder Diskussionen,

sie sind einfach spannungslos,

wie ein dumpfes unwahres Geräusch. 

 

Die Glieder sind schwer wie Blei.

Um den Kopf liegt straff ein eisernes Band,

das sich pochend den Weg ins Hirn einbrennt.

Der Schmerz so unerträglich,

das er mit nichts gleichbarem zu beschreiben ist.

 

Leere. 

Dunkelheit.

Ein Loch so tief,

dass man einen Kieselstein,

den man fallen lässt,

unten nicht aufschlagen hört.

Niemals.

 

Oh schreck,

die Tür geht auf.

Das Licht!

Es brennt

und ein pulsierender Schmerz geht durch mich hindurch.

Sie, die da stört,

redet und redet.

Schick sie weg!

Weg mit ihr.

Sag endlich sie soll gehen.

Geh doch endlich!

Lasst mich in Ruhe.

 

Phu 😤 sie geht.

 

Oh wie herrlich,

ich habe Dich wieder nur für mich allein.

An diesem Punkt angelangt gibt es nur noch mich und Dich.

 

Sie dich an,

was für eine erbärmliche Versagerin du bist.

Für andere bist du bloss eine Last.

Kummer und Sorgen bereitest du Ihnen.

Deine Schuldgefühle,

dass ist mein Nährboden.

 

Ja,

nur zu,

lass den Gedanken zu.

Der Tod,

so süss,

befreiend.

Tu es.

Jetzt!

 

Ach, warum zögerst du?

 

Feigling!

 

Ich wusste es,

du kannst nicht mal das.

 

Das Messer in der Hand

und weisst nicht mal,

was damit anzufangen.

Wie Dumm du bist,

wie alles andere,

was du auch nicht auf die Reihe bringst.

Ja, schämen sollst du dich.

 

Und da geht sie abermals auf,

die Tür.

Was tut sie da,

die Frau?

Das Licht,

es blendet mich.

 

Was tust DU da?

Hör den süssen Worten nicht.

Oh nein,

nein!

Steh nicht auf! 

 

Das saugt die Kraft aus mir.

Warum stehst du auf

und reist die Vorhänge auf,

damit brichst du deine innere Barrikade auf.

 

Ich,

der seit Wochen dein einziger Freund bin,

habe Dir alles gegeben

und Du dankst es mir an diesem Tag,

dieser Stunde,

Minute,

Sekunde damit,

dass du dein Leben wieder selber in die Hand nimmst.

 

Siehst du es nicht,

dass deine positiven Gedanken mir Energie und Kraft rauben.

Dass dein Lachen mich vertreibt.

Schritt um Schritt gehst du in das Leben

und lässt mich zurück.

Ich verliere von Aktion zu Aktion

mehr an Eindringlichkeit und Macht über dich.

 

Ich der Wochenlang dein einziger Freund war,

muss nun so gehen!

Das ist mein Tod.

 

In Liebe deine Depression


Schön, dass auch ich zu Wort kommen darf.

 

Meine Disziplin ist vergleichbar mit einem Akku.

Morgens ist er voll,

tagsüber wird immer wieder Energie davon verbraucht.

Irgendwann ist Schluss mit Akku

und ich greife zu Schokolade

und siehe da,

der Akku läuft,

wie ein schnurrendes Kätzchen. 

 

Aber,

ich muss Achtsam bleiben.

Auf die Symptome meines Körpers und Seele achten.

Sonst ist sie da,

die Depression.

 

In depressiven Phasen ist mein Akku konstant leer.

Ich fühle mich,

wie eine Wurzelbehandlung beim Zahnarzt.

Auch das Zähneputzen funktioniert nicht.

Die Zahnbürste fühlt sich gefühlte 20,

ach was,

100 Kilogramm an.

 

Was hilft mir,

diesem Sog zu entkommen?

Mir über meine Gedanken,

meine Einstellung

und Erwartungen klar zu werden.

 

Was denke ich gerade?

Welche Gefühle habe ich gerade?

Wie geht es mir wirklich?

Was tut mir gut, was nicht?

Was hindert mich daran,

z.B. auf dem Bettrand zu sitzen

oder das Fenster zu öffnen?

 

Was erwarte ich vom Gegenüber,

dass mir Hilfe anbieten will?

Sei ehrlich zu Dir selbst und sage es,

wenn die Situation für Dich unerträglich ist

oder Du ganz einfach überfordert bist.

Denn nur,

wenn es Dir gut geht,

kannst Du eine Hilfe für mich sein.

 

Mir hilft es,

dass Du über Deine eigenen Gefühle

und Eindrücke sprichst

und dass Du nicht versuchst mir etwas auszureden

oder schönredest.

Und Danke,

dass ich meine Gefühle Dir schildern kann

und Du einfach nur da bist

und mir Mut und Hoffnung vermittelst.

Zum Beispiel indem Du sagst:

 

Es tut mir leid, dass es dir so schlecht geht.

Das fühlt sich sicher schlimm an.

Du kannst nichts für deine Situation oder Krankheit.

Ich bin für dich da.

Wenn ich etwas für dich tun kann, sag es mir bitte.

Ich mag oder liebe dich sehr.

Sorry, die Situation überfordert mich gerade.

 

Wenn Du mich reflektierst,

ist das Gold wert,

weil es mir hilft bewusster zu Handeln und zu Entscheiden.

Zum Beispiel indem Du sagst:

 

Oh, ich sehe da ein verzerrtes Gesicht, hast du Schmerzen.

Du bist wackelig auf den Beinen.

Oh, wie herrlich, ich sehe da ein lächeln.

Ich finde es schön, wie du lächelst.

Du bist Geduldiger.

Fantastisch, dass wir spazieren gehen.

Ich finde, du machst das super, dass du duscht, dich anziehst, kochst ... .

Oh, wie schön, du gehst mit Freunden aus.

 

Ich erkenne so meine Stärken bewusster

und kann diese gezielt einsetzen.

Sehe auch meine Schwächen

und kann an diesen arbeiten. 


Hast Du es ausprobiert?

Das Zähneputzen mit der ungeübten Hand!

 

Meine linke Hand hat den Dreh auch noch nicht raus.

Das hindert mich jedoch nicht daran weiter zu machen und

 

«lachen, spielen und unvernünftig sein,

tun wir das nicht alle viel zu wenig?» 

 

Das macht uns leichter.

 

Seitdem ich Hochs und Tiefs in meinem Leben annehme,

ist es viel leichter geworden - den beide Welten sind in uns.

Folglich hören wir mehr auf unser Inneres

und umgeben uns mit Dingen und Menschen,

die uns guttun.

 

Und so banal wie es ist,

tut mir das Zähneputzen mit der ungeübten Hand gut.

Es holt mich in depressiven Phasen aus der Spirale im Abgrund heraus.

Es ist nur so,

dass der Input vom Gegenüber kommen muss!

Etwa indem es mir sagt:

 

Lisa, heute hast du unangenehmen Mundgeruch!

Wenn ich Mundgeruch hätte,

was würdest Du mir empfehlen?

 

Na was wohl?

Zähneputzen.

 

Mein Hirn arbeitet dann

und wie von Zauberhand,

raffe ich mich auf

und gehe Zähneputzen.

 

Ich garantiere Dir,

mit der ungeübten Hand,

hast Du die Lachnummer des Tages

und eine tiefe depressive Stimmung heitert sich auf.

 

 

Ich kann es nicht lassen - meine letzte Empfehlung

Ich plane jeweils am Sonntag für die folgenden sieben Tage eine Aktivität.

Die Aktivität wird mit dickem roten Stift,

mit Zeit,

Ort und Dauer auf Postic

und im Kalender vermerkt.

Die Postic werden am Badezimmerspiegel positioniert. 🙃

Da sehe ich, was gerade ansteht

oder erkenne,

dass ich mich zurück ziehe,

weil die geplante Aktivität noch immer am Spiegel hängt.

 

Aktivitäten können folgende sein:

am Montag eine Freundin anrufen,

am nächsten Tag 20 Minuten Sport,

ich will es ja nicht übertreiben.

Am Mittwoch übe ich mich in Achtsamkeit,

Donnerstag gehe ich ins Thermalbad,

Freitag ist Weiberabend ... .

 

Warum aufschreiben?

 

Ganz einfach,

wenn etwas aufgeschrieben ist,

steigt die Wahrscheinlichkeit,

dass es wirklich gemacht wird!

Weil, wer konkret plant,

wann und wo etwas gemacht wird,

setzt es eher um.

 

 

Aller Anfang ist

KLEIN.

Wie das Zähneputzen.

 

«Wofür machst Du die Kreuze in den nächsten 21 bis 60 Tagen?»

Lust auf Himmelhoch Jauchzend? Hier geht's zur Manie  --->


Ich erlaube mir, dass Du einen Blick hinter meine Kulisse wirfst und lade Dich

 

AUF EINE TASSE TEE MIT LISA ein  --->

wo wir DIE LIEBESERKLÄRUNG AN DIE SEELE richten  --->

wo es oft HIMMLISCH TIERISCH zu und her geht  --->

und REISEN AUF UMWEGEN den Tag versüssen  --->

jedoch NIEMANDSKINDER zum Nachdenken anregen  --->

 

Ich freue mich auf Dich

Lisa

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